










Unser erstes Abenteuer im Jahr 2008 fand in Mondovi, südlich von Turin statt.Bereits im letzten Jahr erhielten wir von Giovanni Aimo die begehrte Einladung zum Balloonmeeting in Mondovi. Mit von der Partie war Marie-Luise Missel, langjährige Ballonfreundin und jederzeit begeisterte Co-Pilotin.
Am 4. Januar ging es für Stefan und mich in aller Herrgottsfrühe los, denn Giovanni hatte eine Wettermail geschickt, in der er uns vor 50 cm Neuschnee warnte. Um 8 Uhr packten wir Marie Luise in Augsburg ins Auto und begaben uns auf die Reise durch die Schweiz und dem San Bernadino Tunnel nach Mondovi. Kurz vor unserem Hotel, dem Santuario di Vicoforte, einem alten Kloster, waren wir wirklich gezwungen, die Schneeketten aufzuziehen.
Endlich, nach 11std. angekommen wurde überall eingecheckt und erst einmal die Füße hochgelegt. Beim General Briefing wurden alle Teams vorgestellt und die ersten Wetterinfos bekanntgegeben. Auch teilte uns Giovanni mit, dass die Passagiereinnahmen der Vereinigung ARCO, einer Gesellschaft zur Krebsforschung, zugute kommen sollten. Danach ab zum ersten Abendessen und jeder, der schon mal in Italien war, weiß, dass es dort kein schlechtes Essen gibt.
Um 7:30 war die Nacht vorbei, weiter zum Frühstück und um 8:30 Briefing. Das Wetter sah nicht wirklich prickelnd aus. Stefan und Marie Luise fachsimpelten über das Wetter und wir alle fragten uns, ob die Wolken ansteigen würden. Nach einer kleinen Odyssee zum Parco Europa, unserem Startplatz, sah das Bild schon anders aus. Im Anschluss an ein kurzes Feldbriefing verteilten sich 40 Ballone auf die beiden Startwiesen. Da alles dick mit Schnee bedeckt war, entschlossen wir uns, das Gespann auf dem Weg stehen zu lassen und die kleine schwarze Kugel ins Feld zu tragen. Wir ließen die ersten zwei Wellen starten und machten uns an die Arbeit. Nach wenigen Minuten stand unsere D-OTTY im italienischen Schnee und war mit Stefan und einem Pärchen an Bord startbereit. Marie Luise und ich machten uns auf den Weg und haben uns erst mal verfahren. Ab und zu sollte man (auch Frau) doch auf den Piloten im Korb hören und nach seinen Anweisungen fahren. Vor allem im Ausland….
Stefan landete nach einer Rundfahrt sicher 500m vom Startfeld entfernt mitten in Mondovi auf einer Wiese. Kurze Zeit später war die Hülle entleert, das Pärchen verabschiedet und wir konnten alles weiter verpacken. Dabei blockierten wir eine Zufahrtsstraße zu mehreren Häusern. Aber die Bewohner nahmen es mit viel Humor und Geduld und freuten sich, dass wir alle ihren Himmel wieder bunter machten. Ab ins Hotel, Mittagessen und auf zum nächsten Briefing mit anschließender Fahrt. Diesmal ließ Stefan uns Mädels ran… Wieder alles auf die Wiese getragen, Marie Luise bereitete das Ziel auf der Karte vor, Ballon aufgestellt und ab ins Körbchen. Wir waren einer der letzten Ballone zum Start. Ein Blick in den Himmel zeigte uns, dass die Wolken ziemlich tief hereinzogen und schon etliche Hüllen „verschluckt“ hatten. Der Moderator am Platz fragte Stefan warum wir zögerten, nach kurzer Erklärung fassten wir uns ein Herz und wollten zumindest über das erste Hausdach hoppeln. In der Luft sah es dann aber besser aus. Nach einer kurzen Durststrecke mit nur 0,5kt nahmen wir Fahrt in Richtung Ziel auf. Um 16:30 war Scoring Ende, also beschlossen Marie Luise und ich uns zur Landung. Tief über die Bundesstraße angefahren, landeten wir sicher auf einer großen Wiese. Stefan zog uns zu einem Weg und wir packten zusammen. Angekommen im Porto Aerostatico, Mondovi´s Ballon“air“port leistete mein Schatz Pannenhilfe beim Schweizer Blaser Team und wir Mädels schleppten, mit tatkräftiger Hilfe eines englischen Verfolgers, die Flaschen zum Tanken. Uns allen war nach diesem anstrengenden Tag eine heiße Dusche recht. Nach dem Abendessen mit vielen schönen, interessanten Gesprächen, fielen wir todmüde ins Bett.
Sonntagvormittag hatten wir wetterbedingt frei. Wir zeigten Marie Luise die Stadt und legten danach, bis zur Nachmittagsfahrt im Hotel die Füße hoch. Bei strahlend blauem Himmel stiegen wieder 40 bunte Kugeln in die Luft. Abends beim Gala Dinner arbeiteten wir uns langsam durch die 8 Gänge und konnten wieder viele interessante Kontakte knüpfen. Gegen Mitternacht fielen wir ziemlich vollgefuttert ins Bett. Nach einem kurzen Frühstück machten wir uns wieder auf den langen Heimweg und waren um 20 Uhr nach einem wunderschönen Wochenende wieder zu Hause. Sabrina